Staatsoper unter den Linden, Berlin

Juli 2008 | Visualisierung | Tags: , , , ,
Staatsoper unter den Linden, Berlin,

Staatsoper unter den Linden, Blick in den Saal


Beurteilung durch das Preisgericht:
Sowohl die Frage nach einer besseren Akustik wie auch der Wunsch nach einer besseren Sichtbeziehung zwischen Bühne und Zuschauerraum wurden aufgenommen und durch sorgfältige Umgestaltung deutlich verbessert. Hervorzuheben ist das raffinierte Anheben des zentralem Zuschauerraumes und die dadurch entstehende, einladende Garderobe im Erdgeschoss. Auch der Apollosaal profitiert von dem Eingriff und erhält eine lobenswerte Anbindung an das Foyer und den großen Saal. Die Umgestaltung und Anbindung der beiden seitlichen Treppenhäuser erhöhen die Qualität der inneren Erschließung des Hauses. Für den Besucher entstehen neue horizontal wie auch vertikal attraktive Wege durch das Gebäude. Die Lage der neuen Toiletten und die Anordnung der seitlichen Technikräume zeugen von einem übergreifenden Gestaltungsgedanken der Verfasser. Die klare Architektursprache und die natürlichen Materialien unterstützen den lebendigen Prozess einer jeden Opernproduktion. Eine neue intensive Beziehung zwischen Zuschauer und Darsteller kann durch die gewählte, gekonnte Zurückhaltung der Raumgestaltung entstehen.

Staatsoper unter den Linden, 3D-Schnitt

Staatsoper unter den Linden, 3D-Schnitt

Insgesamt besticht die Arbeit durch ein zeitgemäßes Konzept. Mit einfachen architektonischen Mitteln wird das Opernhaus ertüchtigt und aufgewertet. Wegen der vorhandenen Qualität des heutigen Zuschauerraumes wird die Lösung jedoch heftig und kontrovers diskutiert. Jedenfalls kann die Stadt Berlin als Kulturstadt einen wertvollen Baustein erhalten und gleichzeitig neue Impulse nach außen zeigen.

 

Ein überzeugender Entwurf, der alle Anforderungen des Nutzers voll zufriedenstellend erfüllt: Sichtlinien, Akustik, technische Erschließungsmöglichkeiten. Außerdem stellt er die historische Kubatur in eine Binnenspannung mit der Moderne – eine Metapher für zeitgemäßes Musiktheater! Dieser Entwurf verhält sich als Einziger zur Bühne als dramaturgischer Bezugspunkt des Saales.